Eierlesen in Kiebingen

Das nächste Eierlesen in Kiebingen ist im Jahr 2020!

Die Kiebinger Eierleser-Tradition!

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Die 19 und 20jährigen Kiebinger (ehemals Rekrutenjahrgänge) halten den schönen Osterbrauch des Eierlesens aufrecht. Dazu gehört jedoch nicht nur das Fest am Ostermontag, welches immer in geraden Jahren im Wechsel mit dem Wurmlinger Pfingstritt abgehalten wird, sondern auch viel Vorbereitungszeit.

Bereits im Sommer vorher wurde von den vorherigen Eierlesern die Tradition in einer Vollversammlung an die jetzigen Eierleser √ľbergeben. Durch Wahlen wurden Vorstand und Ausschuss bestimmt.

Um die Kameradschaft zu vertiefen organisiert man oftmals bereits im Vorfeld eine Tanzveranstaltung und auch w√§hrend der Fasnetszeit baut man unter einem gemeinsamen Motto einen Umzugswagen und pr√§sentiert diesen beim eigenen Fasnetsumzug am Fasnetsdienstag. Auch die allj√§hrliche danach stattfindende Fasnetspredigt am Kiebinger R√§dlesbrunnen wird von allen Kiebingern immer hei√ü erwartet. Daf√ľr horcht sich der ganze Jahrgang im Dorf um, was sich letztes Jahr an lustigen Dingen so alles abgespielt hat. In Versform wird dann √ľber die Mi√ügeschicke berichtet.

Nach der Fasnetszeit geht es zum Endspurt der Vorbereitungen f√ľr das gro√üe ¬ĽEierleser¬ę-Fest am Ostermontag. Ausschuss und Vorstand planen die letzten Einzelheiten. Das Festprogramm wurde festgelegt und f√ľr das leibliche Wohl unserer G√§ste w√§hrend der Festtage muss gesorgt werden. Ggf. wird ein Festzeit wird von den Jahrg√§ngern und vielen Helfern aus Familien- und Freundeskreisen aufgestellt oder man nutzt hierzu die Kiebinger S√ľlchgauhalle

Bereits bei den ersten Versammlungen des Jahrganges werden die Wettk√§mpfer bestimmt. Der j√ľngere Jahrgang w√§hlt seinen Eierleser und Auff√§nger und der √§ltere Jahrgang den L√§ufer. Es wurden nat√ľrlich bei beiden Jahrg√§ngen die besten Sportler bevorzugt, die durch zus√§tzliches Training ihre Leistungen noch verbessern k√∂nnen. Es gilt die Zeiten der Vorg√§nger einzuhalten oder vielleicht noch bessere Zeiten zu erreichen.

Impressionen hierzu unter Eierleser 94/95: http://www.eierleser.de/

Wettkampf zweier Jahrgänge

In Kiebingen, wo die 19- und 20j√§hrigen des Ortes alle zwei Jahre das Eierlesen ausrichten, da werden Eierleser und F√§nger aus dem √§lteren und der L√§ufer aus dem j√ľngeren Jahrgang durch vorheriges Training ermittelt. Am traditionellen Termin – n√§mlich dem Ostermontag – ziehen die stellvertretend ausgew√§hlten Wettk√§mpfer im Kreise ihrer Jahrg√§nger und Jahrg√§ngerinnen, mit Musik zum Wettkampfplatz beim Neckar. Dort sind bereits alle Vorbereitungen getroffen. Der j√ľngere Jahrgang, gekennzeichnet durch ein gr√ľnes und der √§ltere Jahrgang, gekennzeichnet durch ein rotes Schulterband, stehen sich f√ľr die Dauer des Wettkampfes als konkurrierende Parteien gegen√ľber.

Vor dem Start √ľberpr√ľfen Eierleser, F√§nger und L√§ufer, ob die 96 rohen Eier in der richtigen Entfernung von 85 cm ausgelegt sind. Mit dem Startschuss begeben sie sich dann an ihre unterschiedlichen Laufaufgaben. In Kiebingen erlauben es die Spielregeln dem Eierleser, dass er in f√ľnf L√§ufen jeweils zwei Eier gleichzeitig aufheben darf, dann muss er jedoch jedes Ei einzeln aufnehmen. Der F√§nger steht zw√∂lf Meter vom ersten Ei der Reihe entfernt in einem vier mal vier Meter gro√üen gekennzeichneten Quadrat. Innerhalb dieses Aktionsraumes versucht er, die ihm vom Eierleser zugeworfenen Eier in einer spreugef√ľllten Wanne zu fangen.

Dem Kiebinger Eierleser sind zw√∂lf Fehlw√ľrfe erlaubt. W√§hrend also auf dem Wettkampfplatz so manches Ei nicht ganz unabsichtlich in der Spreuwanne landet, begibt sich der L√§ufer nach Rottenburg, um im Hause Fischer ein P√§ckchen abzuholen. Damit dem ordnungsgem√§√üen Ablauf des Wettstreites nichts im Wege steht, wird der L√§ufer durch einen mitfahrenden Radfahrer kontrolliert.

Wenn aber der zur√ľckeilende L√§ufer vom Kiebinger Spielgeschehen aus zu sehen ist, dann erst kommt der Wettkampf in seine spannendste Phase. Eierleser und L√§ufer geben ihr Letztes, um den Sieg f√ľr ihre Partei zu erringen. Und wie es bei Wettspielen nun einmal so √ľblich ist, geb√ľhrt mal dem Eierleser, mal dem L√§ufer die Siegestroph√§e, hier eine geschm√ľckte Tanne.

Nach einer Erholungspause, deren Notwendigkeit die sportliche Ernsthaftigkeit des Wettkampfes unterstreicht, ziehen beide Parteien in der Regel zum aufgestellten Festzeit, wo der Ostermontag seit Jahrzehnten unter reger Anteilnahme der Kiebinger Bevölkerung bei Eierdotsch und Tanz in feuchtfröhlicher Form ausklingt.

√úber die Entstehung dieses alten Volksbrauches fehlt jede schriftliche √úberlieferung. Die √Ąltesten des Dorfes, die vor vielen Jahrzehnten das Spiel ebenfalls ausgetragen haben, wissen nur zu erz√§hlen, dass es schon von ihren V√§tern, Gro√ü- und Urgro√üv√§tern ausgef√ľhrt wurde.